Kauftipps Outdoorsandalen

Sandalen gehören zur ältesten Schuhbekleidung der Menschheit und waren schon vor tausenden von Jahren auf dem ganzen Globus verbreitet. In der jüngeren Vergangenheit eher als spiessig verbrämt, erlebten Outdoor Sandalen beziehungsweise Trekkingsandalen vor einigen Jahren eine regelrechte „Renaissance“ mit modernen Designs, frischen Farben und variabler Funktion. Um Dich bei Deiner Kaufentscheidung zu unterstützen, haben wir für Dich das Wichtigste zu den luftigen "Outdoorschuhen" zusammengefasst.

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Unsere naturzeit-Experten geben Dir Tipps und Empfehlungen, die Dir beim Kauf Deiner neuen Outdoorsandalen helfen.
Viel Spass beim Lesen!

Der Aufbau der Outdoorsandale

Outdoor Sandalen beziehungsweise Trekkingsandalen haben in der Regel eine Sohle aus drei miteinander verklebten Schichten. Die untere Schicht mit Bodenkontakt, auch Laufsohle genannt, hat je nach Verwendungszweck unterschiedlich stark ausgeprägte Profilierungen und besteht aus einer elastischen Gummimischung. In der Mitte befindet sich die Zwischensohle. Sie stützt den Fuß und sorgt beim Laufen für die Dämpfung. In der Regel besteht die Zwischensohle aus leichtem Ethylenvinylacetat-Schaum (EVA), was vor allem für gute Dämpfungseigenschaften und hohe Elastizität sorgt. Die Zwischensohle ist anatomisch vorgeformt. Bei einigen Modellen wird auch eine Zwischensohle aus Polyurethan-Schaum (PU) verwendet. Polyurethan kommt vor allem bei Wanderschuhen zum Einsatz. Das Material ist sehr robust und behält seine dämpfenden Eigenschaften deutlich länger als Sohlen aus EVA. Abgeschlossen wird das Konstrukt mit der Decksohle. Sie kann aus PU, EVA, Leder, Mikrofaser oder speziellen Gummimischungen hergestellt sein. Da sie die Kontaktfläche zum Fuß darstellt, ist es hier wichtig, dass die Decksohle ein angenehmes, gutes Tragegefühl vermittelt. In der Regel ist sie antibakteriell ausgerüstet, um die Bildung unangenehmer Gerüche zu verringern. Für einen guten Halt in der Sandale sorgen dann die reißfesten Riemen. Diese werden mit Schnallen oder einem Klettverschluss am Fuß fixiert und sind in der Regel auch in nassem Zustand leicht zu bedienen. Meist kommen hier Kunstfasern zum Einsatz, da diese sehr leicht und schnelltrocknend sind. Aber auch Riemen aus Kunstleder oder hydrophobiertem Leder sind inzwischen weit verbreitet. Hydrophobiertes Leder wird bereits bei der Herstellung so behandelt, dass es längere Zeit wasserfest oder wasserresistent ist. Die Riemen werden meist unter der Zwischensohle hindurchgeführt und dort verklebt.

 

Unsere Experten haben hier eine Auswahl an Outdoorsandalen und Trekkingsandalen für Dich vorbereitet:

Leder oder Kunstfaser – jedes Material hat besondere Eigenschaften

Der große Vorteil bei der Verwendung von Leder ist der hohe Tragekomfort. Leder ist relativ flexibel und so können sich die Lederriemen bei einer Tour an die Form des jeweiligen Fußes auch anpassen. Dadurch können Scheuerstellen sowie Druckstellen deutlich vermindert werden. Bei einem Fußbett aus Leder ist ebenfalls der Tragekomfort zu nennen. Auch die Bildung unangenehmer Gerüche fällt bei Outdoor Sandalen und Trekkingsandalen aus Leder geringer aus.

Outdoor Sandalen aus Kunstfasern sind in der Regel leichter als Ledersandalen. Ein weiterer großer Vorteil von Outdoor Sandalen aus Kunstfasern ist ihre Wassertauglichkeit. Sie saugen sich nicht voll und trocknen schnell. Das macht sie zum optimalen Begleiter für Touren an Flüssen, Bächen oder für den Wassersport. Während Outdoor Sandalen aus Leder relativ viel Pflege benötigen, sind Outdoor Sandalen aus Kunstfasern deutlich pflegeleichter. Eine einfache Reinigung mit warmem Wasser oder einer Bürste reicht völlig aus.

Einsatzbereiche von Outdoor Sandalen

Moderne Outdoor Sandalen wurden ursprünglich für den Wassersport entwickelt. Es sollte ein luftiges Schuhwerk sein, das schnell trocknet und vor allem einen guten Grip bietet, beispielsweise auf einem Boot. Durch diese besonderen Eigenschaften wurde eine größere Anzahl an Herstellern auf das Segment aufmerksam und es entstanden verschiedene Modellreihen für nahezu jeden Einsatzbereich außerhalb hochalpiner Gebiete


Outdoor Sandalen sind nicht nur für den Einsatz in der Natur geeignet. Dank moderner, zeitloser und vielfältiger Designs eignen sie sich auch prima für Büro, auf Reisen, den Garten, beim Einkaufsbummel und auch sonst im Alltag. Ein ausschließliches Einsatzgebiet gibt es nicht. Durch ihr geringes Gewicht und die luftige Konstruktion entlasten sie auch hier den Fuß und sind eine wahre Wohltat.


Mittlerweile wird der Begriff Trekkingsandale allgemein als Oberbegriff verwendet. Dieser Begriff ist allerdings ein wenig irreführend. Trekkingsandalen sind zwar ein guter und luftiger Ersatz für Leichtwanderschuhe und Zustiegsschuhe, da sie nicht nur einen angenehmen Tragekomfort bieten, sondern auch für eine gute Trittsicherheit und für guten Halt sorgen. Solide Wanderschuhe und Trekkingstiefel ersetzen sie allerdings nicht! Naturgemäß bieten sie weniger seitlichen Schutz und sind weniger stabil als hochwertige Wanderschuhe. Sie sind aber die optimale Wahl bei kurzen Wanderungen und Wanderungen mit leichtem Gepäck oder ausgedehnte Spaziergänge. Auch abseits befestigter Wege sind Trekkingsandelen bis zu einem gewissen Grad eine gute Wahl. Gerade in steinigem Terrain sollte auf weniger offene Modelle geachtet werden, eventuell mit Zehenschutz.

Outdoor Sandalen anprobieren – was ist wichtig?

Man möchte vermuten, dass die Anprobe bei Outdoor Sandalen und Trekkingsandalen einfacher ausfällt, als bei geschlossenen Schuhen, da man ja viel mehr vom Fuß sehen kann. Das ist so nicht richtig und deshalb solltest Du beim Kauf auf folgende Punkte besonders achten.

  1. In geschlossenen Schuhen wird der Fuß durch Schnürung und Form bereits fest fixiert. Er hat dadurch weniger Freiraum und Fehlstellungen können vermieden werden. Bei Outdoor Sandalen wird der Fuß, trotz aufwendigster Riemenkonstruktionen, beim ersten Anprobieren nicht so fest fixiert wie bei geschlossenen Schuhen. Vor allem bei Modellen mit verstellbarem Fersenband zeigt sich, dass bei der Anprobe oft Fehler begangen werden. Die Folge ist, die Outdoor Sandale sitzt beim Einsatz nicht richtig und scheuert am Fuß. Dann kommt es zu den unangenehmen Blasenbildungen.
  2. Es ist allgemein bekannt, dass bei Schuhen ein halber Daumen breit (etwa 5-10 mm) Platz nach vorne sein muss, um beim Bergabgehen vorne nicht mit den Zehen anzustoßen. Dieser Abstand ist bei geschlossenen Schuhen nicht zu sehen! Bei Sandalen liegen die Zehen meist frei und der Abstand ist gut zu sehen. Was, vor allem von Frauen, häufig als unmodisch und unästhetisch aufgefasst wird ist allerdings ein wichtiger Schutz für die Zehen, wird aber häufig aus den oben genannten Gründen ignoriert.

Die richtige Vorgehensweise bei der Auswahl

Outdoorsandale mit festem Fersenband
Der Fuß wird soweit hinten wie möglich auf der Sohle platziert und gegen die Fersenkappe oder das Fersenband gedrückt. Anschließend müssen alle Verschlüsse (Bänder, Schnürungen, Züge, Schnallen) geschlossen werden. Dabei beginnt man bei der Ferse und arbeitet sich bis nach vorne zu den Zehen vor. Die Outdoor Sandale hat die richtige Größe, wenn du zwischen Zehen und Sohlenrand 5-10 mm Platz hast.

Outdoorsandale mit verstellbarem Fersenband
Zunächst werden alle Verstellmöglichkeiten geöffnet. Anschließend wird der Fuß auf die Sohle gesetzt. Hier dient die Fußgewölbestütze an der Fußinnenseite als Anhaltspunkt für eine möglichst genaue Platzierung des Fußes. Auch hier werden dann von hinten nach vorne alle Verstellmöglichkeiten und Verschlüsse fest geschlossen. Wie bei Outdoor Sandalen mit festem Fersenband ist die richtige Größe gefunden, wenn zwischen Zehen und Sohlenrand ein halber Daumen breit Platz bleibt.

Fazit zum Kauf von Outdoor Sandalen

"Bei der Wahl der richtigen Outdoor Sandale musst Du Dir zuerst die Frage stellen, ob diese primär am oder im Wasser zum Einsatz kommt. In diesem Fall empfehlen wir Modelle aus Kunstfasern, da sie unempfindlicher sind und schneller trocknen. Modelle aus Leder haben in der Regel einen höheren Tragekomfort und riechen länger frisch, sind dafür schwerer und benötigen mehr Pflege. Bei längeren Einsätzen wie auf Wanderungen ist darauf zu achten, dass die Outdoor Sandale gute Dämpfungseigenschaften hat (PU), guten Halt bietet, abriebfest ist und bei steiniger Umgebung über einen Zehenschutz verfügt."

 

Falls Du noch weitere Fragen rund um das Thema Outdoorsandalen hast, frag uns einfach: telefonisch unter der 07141 - 488 90 22, per Email an info@naturzeit.com oder persönlich in unserem Ausrüstungshaus in Ludwigsburg.
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